Vodafone Unitymedia: Herkunft und heutige Bedeutung der Marke
Der Name „Unitymedia" steht für einen ehemaligen eigenständigen Kabelnetzbetreiber, der seit 2020 nicht mehr als Marke am Markt auftritt, dessen Netz und Kundenstamm aber vollständig in Vodafone Deutschland aufgegangen sind. Historisch entstand Unitymedia aus der Zusammenführung regionaler Kabelnetzbetreiber: Kunden aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen blieben bei der Holding namens „Unity Media", diese Bezeichnung wurde 2007 zum offiziellen Namen des Unternehmens . Der Zusammenschluss mit dem badischen Anbieter Kabel BW erfolgte später, sodass sich das Versorgungsgebiet auf drei Bundesländer ausweitete.
Übernahme durch Vodafone
Am 9. Mai 2018 gab die Muttergesellschaft Liberty Global bekannt, dass Unitymedia an die Vodafone Group verkauft wird . Nach kartellrechtlicher Prüfung erteilten die Wettbewerbsbehörden sowie die EU-Kommission am 18. Juli 2019 die Zustimmung, worauf am 1. August 2019 der Vollzug des Kaufvertrages folgte und Unitymedia zu einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft von Vodafone wurde . Als Auflage für die Fusion musste Vodafone sein Kabelnetz bundesweit für Telefónica öffnen und schafft damit einen weiteren nationalen Kabelwettbewerber . Am 1. Februar 2020 wurde die Marke Unitymedia eingestellt; aus der Unitymedia GmbH wurde die Vodafone West GmbH , die bis heute als regionale Netzgesellschaft innerhalb des Vodafone-Konzerns fortbesteht.
Reichweite und Größenordnung
Vor der Integration versorgte Unitymedia mit rund 2.500 Mitarbeitern ein Kabelnetz, das nach eigenen Angaben zeitweise rund 13 Millionen Haushalte in Stadt und Land in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg erreichte. Durch die Fusion wuchs die kombinierte TV- und Internetkundschaft von Vodafone spürbar: die Zahl der TV-Kunden stieg schlagartig von 7,7 auf 14 Millionen, die Zahl der Internetkunden von 6,5 auf 10 Millionen . Heute gilt Vodafone als mit Abstand größter Kabelnetzbetreiber Deutschlands und einziger Anbieter, der bundesweit agiert .
Geschäftsfelder und Produkte im ehemaligen Unitymedia-Gebiet
In den früheren Unitymedia-Bundesländern vermarktet Vodafone Internet-, Telefon- und Fernsehprodukte weiterhin über das Kabelnetz (Koaxialkabel mit Glasfaseranbindung), das seit der Übernahme auf Gigabit-Geschwindigkeiten ausgebaut wurde. Das Portfolio umfasst DSL- beziehungsweise Kabel-Internettarife der Reihe „GigaZuhause" in verschiedenen Bandbreitenstufen sowie spezielle Konditionen für jüngere Kunden unter der Bezeichnung „Young GigaZuhause". Ergänzend werden Fernsehoptionen angeboten: Während „TV Connect" den reinen Kabelanschluss für den Fernsehempfang bereitstellt, umfassen die Varianten „GigaTV Cable" und „GigaTV Cable Premium" zusätzlich Receiver und App-Zugang. Einzelne Tarife wie „GigaZuhause 50 Kabel" werden als Dauerpreis-Modelle mit gleichbleibendem Monatspreis auch nach der Mindestvertragslaufzeit vermarktet.
Netzstruktur und regionale Besonderheit
Das ehemalige Unitymedia-Netz bleibt regional abgegrenzt: Es ist ausschließlich in den drei genannten Bundesländern verfügbar, während im übrigen Bundesgebiet das ursprüngliche Kabel-Deutschland-Netz von Vodafone genutzt wird. Da das Kabelnetz im Gegensatz zu Telefonnetzen für DSL/VDSL nicht reguliert ist, steht an einer Anschrift bei Anschluss an das TV-Netz nur ein regionaler Anbieter zur Auswahl – innerhalb des Vodafone-Kabelgebiets also grundsätzlich nur Vodafone selbst. Kunden, die einen Vertrag im ehemaligen Unitymedia-Gebiet abschließen, erhalten heute technisch und vertraglich ein Vodafone-Produkt; die Marke Unitymedia dient in vielen Vergleichsportalen und im allgemeinen Sprachgebrauch weiterhin als regionale Orientierungshilfe für dieses Kabelnetzgebiet.
